Daniel Küblböck – oder – Wo viel Licht ist, ist auch starker Schatten. (J.W.Goethe)


Noch ist es ja nicht 100%ig sicher – aber die traurige Tatsache, alleine die Vermutung, dass ein junger Mensch vor Verzweiflung von einem Schiff ins eiskalte Meer springt, lässt uns betroffen innehalten.

Innehalten – ob diese „Spaß-, Lach-, Spotlight-, „Alles sofort mit Allen teilen-", „immer Perfekt- und-Schönseinmüssen-Gesellschaft“ auf dem richtigen Weg ist?

Leider gibt es unzählige Beispiele von Menschen, die ganz oben, ganz vorne im Rampenlicht stehen, von Millionen beobachtet und beneidet werden, doch sobald die Scheinwerfer ausgehen und die Boxen ausgeschalten werden, in einen dunklen, kalten Gang der Einsamkeit abtreten.

Oftmals sind Alkohol und Drogen die einzig verbliebenen Weggefährten, „Freunde“ und solche die sich so bezeichnen, sind rar gesät. Kaum jemand dem die Stars und Sternchen tatsächlich vertrauen können – ohne Angst haben zu müssen: es geht nur ums Geld? nur um den (Neben)Platz an der Sonne des kurzlebigen Erfolges? Wer liebt mich wirklich um meiner selbst?

Michelle, G.G. Anderson, Rex Gildo, Howard Carpendale, Andrea Jürgens, Bernd Clüver, Roy Black, FALCO aber auch internationale Superstars wie Phil Collins, Demi Lovato, Adele, Justin Bieber, Eminem, Selena Gomez oder Lady Gaga litten oder leiden an schweren Depressionen! Avici und Amy Winehouse (sie starb mit 4,15 Promille Blutalkohol!) setzen ihrem jungen Leben, am absoluten Höhepunkt deren Karriere ein freiwilliges Ende! Was für ein Drama! Was für ein Verlust!

Mediale Zurückhaltung

Dass ein – wollen wir es mal zurückhaltend formulieren – mittelmäßig erfolgreicher Künstler (?), dessen „Ruhm“ einzig auf dem Gewinn einer fragwürdigen Castingshow im Jahr 2003 basierte – der alle „medialen“ Möglichkeiten um zu „bestehen“ ausprobiert hatte, keinen anderen Ausweg mehr sah, als zu „springen“ … wie man aus den letzten veröffentlichten Bildern ahnen kann – sich nicht mal seiner sexuellen Orientierung sicher… sollte auch uns „Medien-Menschen“ Grund genug sein, über so manche „Lynch-Kritik“ , „Brutalo-Outing“ oder „schamlose Vernaderung“ von Menschen nachzudenken.

Nicht jeder hat so eine (scheinbar) dicke Haut wie Andreas Gabalier, der trotz unglaublicher familiärer Schicksalsschläge in seiner Jugend nie die Hoffnung auf das Schöne und das Gute im Leben aufgegeben oder gar vergessen hat! "Es war natürlich auch damals nicht alles heile. Höhen und Tiefen gibt es immer. Aber ich bin halt so gestrickt, dass wenn ich zurückdenke, ich immer an positive Dinge denke. Immer wieder bin ich zu Hause in meinem Bauernhaus und sitze einfach nur stundenlang da und schaue in den Sternenhimmel . Rundherum ist nur Wald, keine Stadt, die reflektiert. Du siehst nur Sterne und hin und wieder mal eine Sternschnuppe. Wenn ich in solchen Momenten an meinen Vater und meine Schwester denke, denke ich automatisch an die schönen Sachen - und nicht an die Tatsache, dass sie nicht mehr da sind. Das ist vielleicht einfach meine Natur, meine Frohnatur“, erklärt uns der Superstar sein Rezept mit den dunklen Seiten des Lebens umzugehen.

Michelle hat in ihrer Karriere wohl auch schon alle Ups und Downs kennen gelernt – das strahlende Licht des Megaerfolges ebenso wie die absolute Finsternis des Versagens. Sie, gibt einen vielleicht recht probaten Rat : "Ich kann mittlerweile sagen, dass ich zu mir stehe und sich jeder andere auch so annehmen soll, wie er ist. Mit allem was dazugehört. Menschen können fallen, aber sie sollen wissen, dass sie wieder aufstehen können. Man sollte nichts bereuen im Leben und schöne Momente lieber genießen.“

Die schönen Momente im Leben genießen! Wie wahr – und die traurigen, wie eben die finale Entscheidung eines 33 Jährigen Daniel Küblböcks als mahnendes Beispiel in Erinnerung zu behalten, dass „Erfolg“ etwas sehr Relatives und Zerbrechliches im Leben sein kann.

Fotos: Uwe Schwarz

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